Kurz gesagt
Auflegen. Microsoft, Apple, die Telekom und deine Bank rufen niemanden an, um einen Virus zu melden oder Fernzugriff zu verlangen. Wer anruft und dich bittet, ein Programm zu installieren, eine Nummer einzugeben oder Gutscheinkarten zu kaufen, ist ein Betrüger. Hast du schon etwas installiert oder Zugriff gewährt: Internet trennen, Passwörter von einem anderen Gerät aus ändern, Bank anrufen, Anzeige erstatten.
So läuft die Masche
Das Telefon klingelt, jemand mit englischem Akzent oder auf Deutsch stellt sich als Microsoft, Apple oder Telekom vor. Der Computer sende Fehlermeldungen, sei gehackt, verbreite Viren. Zum Beweis soll man die Ereignisanzeige öffnen, die auf jedem Windows-Rechner harmlose Warnungen zeigt. Dann soll man ein Programm installieren, AnyDesk oder TeamViewer, damit der „Techniker" helfen kann. Ab da hat der Anrufer die Kontrolle über deinen Computer, dein Online-Banking und deine Passwörter.
Die Variante am Bildschirm: Eine Seite blockiert den Browser, warnt laut mit Sirene vor einem Virus und zeigt eine Telefonnummer. Auch hier: nicht anrufen. Browser über den Task-Manager schließen (Strg, Umschalt, Esc), fertig. Der Computer war nie infiziert.
Woran du es sicher erkennst
Es gibt keinen Fall, in dem ein echter Anbieter dich anruft und Fernzugriff verlangt. Keinen. Alles Weitere sind nur Bestätigungen.
- Der Anrufer weiß angeblich, dass dein Computer ein Problem hat. Das kann niemand von außen sehen.
- Es ist eilig, und es wird gedroht: Sperrung, Datenverlust, Polizei.
- Du sollst etwas installieren, einen Code vorlesen oder eine Webseite öffnen.
- Bezahlt werden soll per Gutscheinkarte, Überweisung ins Ausland oder Kryptowährung.
- Die angezeigte Nummer sieht deutsch aus. Nummern lassen sich fälschen, das beweist nichts.
Wenn du schon Zugriff gegeben hast
Nicht schämen, sofort handeln. Reihenfolge: Erstens Internet trennen, WLAN aus oder Kabel ziehen, damit der Zugriff endet. Zweitens von einem anderen Gerät aus, etwa dem Handy, die Passwörter für E-Mail und Online-Banking ändern. Drittens die Bank anrufen, Karten und Konto prüfen lassen, Überweisungen zurückholen, wo es noch geht. Viertens Anzeige bei der Polizei, das geht online. Fünftens den Computer prüfen lassen, bevor er wieder ans Netz geht: Fernwartungsprogramm entfernen, nach weiteren Programmen suchen, im Zweifel neu aufsetzen.
Eltern und Großeltern schützen
Die Masche zielt auf Menschen, die höflich sind und Autorität respektieren. Der beste Schutz ist ein einziger Satz, der vorher verabredet ist: „Ich lege jetzt auf und rufe meinen Techniker an." Dazu: eine Nummer neben dem Telefon, die man anrufen darf, bevor man irgendetwas installiert. Kein Vorwurf, wenn es doch passiert ist, sonst wird beim nächsten Mal geschwiegen.
Technisch hilft: ein Benutzerkonto ohne Administratorrechte für den Alltag, damit nichts ohne Passwort installiert werden kann, und der Hinweis, dass der Browser sich mit dem Task-Manager immer schließen lässt.