Kurz gesagt
Mit den Bordmitteln der Hersteller: Bildschirmzeit und Familienfreigabe beim iPhone, Google Family Link bei Android. Beide sind kostenlos, begrenzen Zeiten und Apps, filtern Inhalte, verlangen deine Zustimmung bei Käufen und zeigen dir, was das Kind nutzt. Voraussetzung ist ein eigenes Kinderkonto, nicht dein eigenes. Wichtiger als die Technik ist die Absprache mit dem Kind, sonst wird die Sperre zum täglichen Streit.
Vorher: ein eigenes Konto für das Kind
Der häufigste Fehler: Das Kind bekommt das Handy mit dem Konto eines Elternteils. Dann sieht es deine Mails, kauft mit deiner Karte, und keine Kindersicherung greift, weil das System einen Erwachsenen sieht. Lege ein Kinderkonto an, bei Apple über die Familienfreigabe, bei Google über Family Link. Dabei wird das Geburtsdatum abgefragt, und daraus ergeben sich die Altersgrenzen für Apps, Filme und Inhalte automatisch.
iPhone: Bildschirmzeit und Familienfreigabe
Auf deinem iPhone unter Einstellungen, Familie, das Kind hinzufügen. Danach erscheint es bei dir unter Bildschirmzeit, und alles Weitere stellst du aus der Ferne ein: eine Auszeit, in der nur Telefon und erlaubte Apps gehen (etwa 20 bis 7 Uhr), Zeitlimits je App-Kategorie (Spiele eine Stunde, Soziale Netzwerke eine halbe), Kommunikationslimits für Kontakte, und unter Beschränkungen die Altersfreigaben, Käufe mit Nachfrage und der Webfilter. Der Bildschirmzeit-Code darf nicht der Sperrcode des Kindes sein und nicht das Geburtsjahr.
Android: Google Family Link
Family Link auf deinem Handy installieren, das Kinderkonto anlegen oder verknüpfen, dann das Kinderhandy mit diesem Konto einrichten. Danach steuerst du von deinem Handy: tägliches Zeitlimit, Schlafenszeit, welche Apps installiert werden dürfen (jede Installation kommt als Anfrage zu dir), Filter für Play Store, Chrome und YouTube, und auf Wunsch der Standort. Samsung-Handys haben zusätzlich einen eigenen Kids-Modus für kleinere Kinder, der nur ausgewählte Apps zeigt.
Was die Kindersicherung nicht kann
Sie liest keine Nachrichten in WhatsApp, Snapchat oder TikTok mit, und sie greift nicht auf dem Handy der Freundin. Sie filtert Webseiten, aber nicht die Inhalte innerhalb einer App. Für YouTube gibt es YouTube Kids oder den eingeschränkten Modus, für die Suche SafeSearch. Für das WLAN zu Hause bieten die meisten Router eigene Kinderprofile, bei der FRITZ!Box heißen sie Zugangsprofile: Damit ist um 21 Uhr das Internet für das Kinderhandy zu Ende, auch wenn am Handy selbst etwas verstellt wurde.
Die Regel muss zu Hause halten
Eine Sperre, die das Kind nicht versteht, wird umgangen oder bekämpft. Besser: Zeiten und Regeln gemeinsam festlegen, aufschreiben, und die Technik nur als Erinnerung einsetzen. Unabhängige Orientierung zu Alter und Nutzungsdauer geben klicksafe.de und schau-hin.info, beide von öffentlichen Stellen getragen. Ein Mediennutzungsvertrag, den beide unterschreiben, klingt nach Bürokratie und wirkt in vielen Familien besser als jede App.