Kurz gesagt
Meist steht der Router am falschen Ort: zu weit weg, hinter zu vielen Wänden oder im Schrank. Jede Stahlbetondecke, jede Wand mit Fußbodenheizung und jeder Heizkörper dazwischen frisst Signal. Ein zweiter Zugangspunkt am richtigen Ort, als Mesh oder mit Kabel angebunden, löst das in den meisten Häusern. Ein stärkerer Router löst es fast nie.
Was das Signal frisst
WLAN ist Funk, und Funk wird von allem geschwächt, was zwischen Router und Gerät steht. Die Entfernung allein ist selten das Problem, in einer offenen Halle reichen 30 Meter. In einem Haus zählen die Hindernisse: eine Stahlbetondecke halbiert das Signal grob, eine Wand mit Fußbodenheizung oder Metallständerwerk ebenso, ein Wasserboiler oder Aquarium wirkt wie eine Mauer.
Dazu kommen die Nachbarn. Im 2,4-Gigahertz-Band gibt es nur drei Kanäle, die sich nicht überlappen, und in einem Mehrfamilienhaus funken auf denen zwanzig Router gleichzeitig. Das 5-Gigahertz-Band ist schneller und leerer, kommt aber schlechter durch Wände. Deshalb ist das WLAN im Schlafzimmer oft auf 5 Gigahertz weg und auf 2,4 Gigahertz langsam.
Schritt 1: den Router richtig stellen
Der Router gehört frei, hoch und möglichst mittig in die Wohnung. Nicht in den Schrank, nicht in den Keller, nicht hinter den Fernseher und nicht neben den Heizkörper. Schon ein Meter höher, etwa auf ein Regal statt auf den Boden, bringt im Nebenraum spürbar mehr. Der Anschluss ist oft im Flur an der falschen Stelle, dann hilft ein längeres Kabel vom Anschluss zum Router mehr als jedes Zubehör.
Schritt 2: nachmessen statt raten
Mach einen Geschwindigkeitstest mit dem Handy direkt neben dem Router und danach im Schlafzimmer. Ist es schon neben dem Router langsam, liegt es am Anschluss oder am Router, nicht an der Reichweite. Ist es neben dem Router schnell und im Schlafzimmer unter einem Zehntel davon, ist es die Reichweite.
Als Orientierung: Videostreaming in hoher Auflösung braucht etwa 25 Megabit pro Sekunde, ein Videoanruf 5, Homeoffice mit Cloud-Dokumenten 10. Mehr braucht ein Schlafzimmer selten. Wenn dort 30 Megabit ankommen, ist das Problem gelöst, auch wenn der Anschluss 250 liefern könnte.
Schritt 3: ein zweiter Zugangspunkt
Wenn Standort und Messung sagen, dass das Signal die Strecke nicht schafft, braucht es ein zweites Gerät, das näher dran ist. Es gibt vier Wege, und sie unterscheiden sich mehr, als die Verpackungen glauben lassen.
- Repeater: günstig, steckt in der Steckdose, halbiert aber die Geschwindigkeit, weil er empfängt und sendet über dasselbe Funkband. Er gehört auf halbe Strecke, dorthin, wo der Empfang noch gut ist, nicht ins Schlafzimmer selbst.
- Mesh: zwei oder drei Stationen, die sich untereinander abstimmen und dem Handy den Wechsel abnehmen. Ein WLAN-Name für das ganze Haus, kein Umschalten. Die beste Lösung ohne Kabel, ab etwa 150 € für ein Set.
- Powerline: nutzt die Stromleitung als Kabel. Funktioniert in manchen Häusern hervorragend und in anderen gar nicht, je nach Stromkreisen und Sicherungskasten. Vorher testen, mit Rückgaberecht kaufen.
- Netzwerkkabel plus Zugangspunkt: die stabilste Lösung überhaupt. Wenn ein Kabel ins Schlafzimmer gelegt werden kann, oft entlang der Fußleiste oder durch einen Leerrohr, ist das Problem für immer erledigt.
Was nichts bringt
Antennen am Router verdrehen, Apps, die „das WLAN beschleunigen", und Alufolie hinter dem Router: alles schon gesehen, nichts davon hilft. Auch ein neuer, teurerer Router ändert an einer Stahlbetondecke nichts. Er lohnt sich nur, wenn der alte über zehn Jahre alt ist oder kein 5-Gigahertz-Band kann.
Schalte das 2,4-Gigahertz-Band nicht ab, um das Netz „aufzuräumen". Viele Smart-Home-Geräte, Drucker und ältere Fernseher können nur dieses Band und fallen dann aus dem Netz.